Gewerkschaftlicher Betriebsausschuss BRG 18                                                                1.Juli 2010
1180 Schopenhauerstraße 49,
p.A. reinhart.sellner@gmx.at

An
Bundeskanzler Werner Faymann
werner.faymann@bka.gv.at
Finanzminister Josef Pröll
josef.proell@bmf.gv.at

 

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sehr geehrter Herr Finanzminister!

Wir LehrerInnen des BRG 18 in der Schopenhauerstraße haben in unserer Jahreskonferenz über unsere Arbeitsbedingungen und die unserer SchülerInnen gesprochen und ebenso über die anstehenden Schul-Reformvorhaben der Bundesregierung. Individualisierung, Integration, selbständige Schule, neue Mittelschule, weltoffener, projektorientierter und fördernder Unterricht, brauchen mehr LehrerInnen statt LehrerInnenmangel. Kompetenzorientierung, Standards, Maturareform und neue LehrerInnenbildung, dazu kommt ein neues Dienstrecht, das unsere tatsächliche LehrerInnenarbeit abbildet, wertschätzt (Anfangsgehälter!) und kein Vehikel fürs Kompensieren fehlender Budgetmittel werden soll.

Schule ist eine öffentliche Angelegenheit und braucht ausreichend öffentliche Mittel.  Der Schulalltag, Freud´ am Lernen, Unterrichtsqualität, kleine und große Reformen kosten Budgetmittel, für deren Bereitstellung Bundesregierung und Finanzminister Verantwortung tragen. Wir LehrerInnen sind fürs Gestalten von Schule und Schulreform zuständig, aber nicht für Zuschüsse zum Bundesbudget, zuletzt 2009 ff. über 180 Mio € durch Verschlechterung unserer Einkommen (bei weiter zunehmenden Anforderungen). Wenn bis 2014 das Bildungsbudget gekürzt wird, heißt das nichts anderes, als dass wir LehrerInnen durch weitere unbezahlte Zusatzarbeit, Arbeitszeiterhöhung oder Nulllohnrunden diesen Budgetausfall finanzieren müssen. Diese Zumutung lehnen wir ab.

 

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sehr geehrter Herr Finanzminister!

Im eigenen Interesse an Schul- und Lebensqualität, im Interesse unserer SchülerInnen und ihrer Eltern an einer fundierten Bildung fordern wir Sie auf, den auch von ÖGB und Sozialpartnern kritisierten restriktiven Finanzrahmenplan der Bundesregierung zu überprüfen und dem Bildungswesen die Mittel zu geben, die eine gute Schule braucht. Verteilungskämpfe Schule gegen Schule, Schultyp gegen Schultyp und parteipolitisches Hickhack zwischen StandesvertreterInnen und dem Bildungsministerium um dem Ressort vorenthaltene Budgetmittel lehnen wir ab.

Es geht um Bildungsqualität, um Arbeitsplätze, es geht um Zukunft.

 

Glück auf – für eine neue Bildungs-Budgetpolitik!
Mit freundlichen Grüßen

Für die TeilnehmerInnen der Jahresschlusskonferenz des BRG 18

Reinhart Sellner, Susanne Roithinger, Ilse Wenzl
Gewerkschaftlicher Betriebsausschuss des BRG 18

Kopie geht an SchülerInnen und Eltern, ÖGB, AK, GÖD, BMUKK und Medien