Unabhängige GewerkschafterInnen für neues LehrerInnen-Dienstrecht ohne Arbeitszeiterhöhung

BMUKK bestätigt, dass die Gesamtkosten der im internationalen Vergleich („Education at a Glance“) höheren österreichischen Bildungsausgaben nicht von den LehrerInnen verursacht werden. Die arbeiten für SchülerInnen und Schule bereits seit Gehrers Zeiten am Limit.

Die Unabhängigen GewerkschafterInnen der Österreichischen LehrerInneninitiativen (ÖLI-UG) haben im Personalvertretungswahlkampf versucht, das Sachthema Dienstrechtsreform einzubringen. Angesichts des Ist Zustandes an den Pflichtschulen, an AHS, BMHS und Berufsschulen bedeutet das:

abbildet, die längst mehr ist als Unterricht, Vor- und Nachbereitung.

Derzeit zählen für den Gehaltszettel fast ausschließlich die Unterrichtsstunden nach Stundenplan. Die Unabhängigen GewerkschafterInnen fordern aber die zeitliche und besoldungswirksame Berücksichtigung

Alle diese Tätigkeiten erfordern Zeit, sind notwendige und anspruchsvolle Arbeitszeit, die nicht neben, sondern gleichberechtigt mit der Unterrichtsarbeit in die Gesamtarbeitszeit einbezogen werden muss.

Die ÖLI-UG hat die in den Medien zumeist undifferenziert geführte Diskussion um die hohen österreichischen Bildungskosten zu einer Anfrage an das BMUKK genützt.

Laut „Education at a Glance“ gibt Österreich pro SchülerIn bzw. StudentIn jährlich 10.895 Dollar aus, der OECD-Schnitt liegt bei 7.840 Dollar. Diese Zahlen sind Pauschalzahlen, in denen AUCH – und das von Land zu Land unterschiedlich mit eingesetztem Nicht-LehrerInnenpersonal vermischt – die LehrerInnen und ihre Gehälter enthalten sind. Für Österreich sind daher die derzeit anscheinend hohen Bildungskosten strukturbedingt zu untersuchen. Diese undifferenzierten Zahlen sind kein Argument für weitere unzumutbare Belastungen der LehrerInnen.

Die simple Rechnung, dass eine Erhöhung der LehrerInnenarbeitszeit die LehrerInnenkosten verbilligt und damit die bestehenden Schul- und Schulverwaltungsstrukturen samt Mehrgleisigkeiten auch in Zukunft ohne starke Erhöhung des Bildungsbudgets finanziert werden können, kann nicht aufgehen, auch nicht im internationalen Vergleich. BM Schmied in ihrer Antwort vom 18.11.09: „Dieser Wert [nämlich: höchste Bildungsausgaben pro Kopf im EU-Vergleich] unterscheidet nicht in Kosten für LehrerInnen und NichtlehrerInnenpersonal, sondern bezieht sich auf die Gesamtkosten für Bildung. Hinsichtlich der internationalen Vergleichbarkeit der Kosten des Verwaltungsbereiches kann aufgrund der unterschiedlichen Strukturen in den Ländern keine eindeutige Aussage getroffen werden.“ Ministerin Schmied schließt mit dem für die Verhandlungen der LehrerInnengewerkschaften mit dem Dienstgeber bedenkenswerten Satz: „Ziel des neuen Dienstrechts für LehrerInnen und Lehrer ist die Schaffung von bestmöglichen Rahmenbedingungen für die Schule der Zukunft. Damit einher geht auch eine strukturelle Veränderung im Bereich des NichtlehrerInnenpersonals, um den geänderten gesellschaftlichen Anforderungen der Schule Rechnung zu tragen“. Notwendig sind längst SozialarbeiterInnen, SonderpädagogInnen, SchulpsychologInnen als Unterstützungsteams an jedem Schulstandort. Zu bestmöglichen Rahmenbedingungen der Schule gehören auch bestmögliche Arbeits- und Arbeitszeitbedingungen für die LehrerInnen.

Die Unabhängigen GewerkschafterInnen der ÖLI-UG haben im Personalvertretungswahlkampf auf „Feindbildpflege“ und untergriffige Polemik gegen die Ministerin und gegen „schwarze“ und „rote“ MitbewerberInnen verzichtet. Sie haben grundlegende Forderungen zur anstehenden Dienstrechtsreform und auch zur LehrerInnenausbildung (Master-Studien für alle PädagogInnen!) begründet und mit der Forderung nach den für jede Reform notwendigen Ressourcen verknüpft:

Keine Angst vor Reformen – Her mit der Bildungsmilliarde*)

Der Adressat ist das BMUKK, aber ebenso der Finanzminister und die gesamte Bundesregierung. Derzeit „brennt“ die Uni. KindergartenpädagogInnen demonstrieren. Ein grundsätzliches Umdenken in der Bildungs- und Budgetpolitik ist notwendig.

Glück auf!

Reinhart Sellner, Unabhängige GewerkschafterInnen der ÖLI-UG, UGÖD-Vors., AHS-Lehrer
Wilfried Mayr, ÖLI-UG-Vorsitzender, HS-Lehrer, Bundesleitungsmitglied der APS-Gewerkschaft
Josef Gary Fuchsbauer, ÖLI-UG-Bundeskoordinator, Redaktion Kreidekreis, HTL-Lehrer
(alle 3 sind Mitglied im jeweiligen ZA, in der GÖD-Bundeskonferenz und damit in der „ARGE-Lehrer“)

Rückfragen: sellner@oeli-ug.at, 0676 3437521, mayr@oeli-ug.at, 0676 5081498,
fuchsbauer@oeli-ug.at, 0680 2124358 - www.ugoed.at, www.oeli-ug.at

*) Wenn in wenigen Jahren ein Drittel der derzeitigen LehrerInnen in hohen und höchsten Gehaltsstufen in Ruhestand getreten und durch junge KollegInnen mit weniger als halb so hohen Anfangsgehältern ersetzt sind, entlastet das das Bildungsbudget um eine Milliarde jährlich! (35.000 LehrerInnen, die im Jahr zB 56.000 Euro (L2a2-Schema) kosten, durch junge mit 26.000 Euro brutto ersetzt, kosten dann in jedem Jahr um mehr als eine Milliarde weniger als heute!) . Es geht als nur um eine Zwischenfinanzierung!