mailverkehr

22.5.2010

Liebe Kollegin Gubitzer!

Danke für deine Information über dein Telefonat mit der Frau Bildungsministerin – ohne deren unfreundlichen Anruf wüssten parteiunabhängige GewerkschafterInnen der ÖLI-UG, vertreten in der ARGE LehrerInnen der GÖD und in den Leitungen der APS-, AHS- und BMHS-Gewerkschaften der GÖD, gar nicht, dass es eine offizielle Sicht der LehrerInnengewerkschaften der GÖD auf die gemeinsame Schule bzw. die Schulversuche zur neuen Mittelschule gibt.

Was LehrerInnen und GÖD-Mitglieder aller Fraktionen wissen sollten, hab´ich in Frageform zusammengefasst:
Wer hat die von dir vermailte Sicht der LehrerInnengewerkschaften verfasst,
welches Gremium der GÖD-LehrerInnengewerkschaften hat diesen Text angenommen und den Aufruf zur Verbreitung dieser Sachinfomation an
welchen Personenkreis von KollegInnen beschlossen?
Welche Schritte wird der GÖD-Vorstand wegen des unfreundlichen Anrufes der Frau Bundesministerin, mit deren Ressort Dienstrechts-, Besoldungs- und LehrerInnenausbildungsverhandlungen anstehen, unternehmen?

Keine Angst vor Reformen – Her mit der Bildungsmilliarde! 

Unter diese Losung haben die Unabhängigen AHS-GewerkschafterInnen der ÖLI-UG einen offenen Brief an APS-LehrerInnen gerichtet. Im Gegensatz zu den anonymen VerfasserInnen deiner Informationsaussendung haben wir fehlende Ressourcen NICHT als Totschlag-Argument gegen notwendige, umfassende demokratische Schulreformen hergenommen, sondern als GewerkschafterInnen die Bereitstellung der notwendigen Ressourcen für diese Bildungsreformen gefordert. Wir haben nicht zufällig auch im GÖD-Zentralvorstand für ein gemeinsames Vorgehen von GÖD, ÖGB und AK gegen die im Finanzrahmengesetz vorgesehenen Einsparungen insbesondere auch im Bildungsbereich argumentiert.

Zu deiner Information unserer offener Brief AHS- an APS-KollegInnen als Attachment.

Glück auf, trotz alledem

mit der Bitte um Beantwortung unserer Fragen,


Reinhart Sellner,
Unabhängige GewerkschafterInnen in der GÖD - ÖLI-UG
p..A. reinhart.sellner@gmx.at

 

 

 

--- Original-Nachricht --- Tue, 22 Jun 2010 13:36 von christine.gubitzer@goed.at

Werte Kolleginnen und Kollegen!

Angeschlossene Information zur "neuen Mittelschule" wurde heute um 11.29 Uhr von meinem Büro ausgesendet. Um 13.25 Uhr erhielt ich einen Anruf der Ministerin persönlich, die mich am Telefon wüst beschimpfte, was ich denn hier für ein Pamphlet veröffentlichen würde und gab mir keine Möglichkeit zu einer weiteren Diskussion , in dem sie den Hörer auflegte.

Ich bitte um Wahrnehmungen. Offenbar wünscht das Ministerium keine offene Diskussion. Womöglich haben wir mit diesem Schreiben den Nagel auf den Kopf getroffen.

Mit besten Grüßen
eure
Christine Gubitzer

HR Dir. Christine GUBITZER
Vorsitzenden-Stellvertreterin der
Gewerkschaft Öffentlicher Dienst
Teinfaltstraße 7
1010 Wien
Tel. 01 / 534 54 - 270, 273 DW
Fax 01/ 534 54 - 357 DW
christine.gubitzer@goed.at
www.goed.at

 


----- Weitergeleitet von Margit Lackner/FRAUEN/ZENTRALE/GOED/OEGB/AT am 22.06.2010 13:29 -----

Christine Gubitzer/VSTELLV-FCG/ZENTRALE/GOED/OEGB/AT
Gesendet von: Margit Lackner/FRAUEN/ZENTRALE/GOED/OEGB/AT

22.06.2010 11:29

An
Otto Aiglsperger/PROWI-ORGANISATION/ZENTRALE/GOED/OEGB/AT@OEGB, F C G - GÖD Frauen Wien - "Wiener Kreis", F C G - sonst. Gewerkschaftsfrauen, F R A U E N - Zentralvorstandsmitglieder GÖD ab Dez. 2006, X - FRA-Ersatz (FRAKTION mit Reisek.), X - FRA-Ersatz (FRAKTION ohne Reisek.), X - FRA-Mitglieder (mit Reisek.), X - FRA-Mitglieder (ohne Reisek.)
Kopie

Thema
Information zur NEUEN MITTELSCHULE






Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Das Thema Schule ist immer heiß und die Medien verbreiten oftmals viele Halbwahrheiten. Daher zu deiner Information eine sachliche Darstellung aus Sicht der Lehrergewerkschaften.
Ich bitte dich um Verbreitung dieser Sachinformation und bin sicher, dass es hilfreich ist, wenn diese Informationen auch an Eltern weiter gehen.

Mit lieben Grüßen und guten Wünschen zum Ferienbeginn
deine
Christine

HR Dir. Christine GUBITZER
Vorsitzenden-Stellvertreterin der
Gewerkschaft Öffentlicher Dienst
Teinfaltstraße 7
1010 Wien
Tel. 01 / 534 54 - 270, 273 DW
Fax 01/ 534 54 - 357 DW
christine.gubitzer@goed.at
www.goed.at

INFORMATION  zur  NEUEN MITTELSCHULE

 

Die „Neue Mittelschule“ wird von der Unterrichtsministerin und den Medien als Erfolgsmodell gepriesen, aber was steckt  wirklich dahinter?

Dieser Schulversuch stellt für die Hauptschulen eine Verbesserung dar, weil in den „Neuen Mittelschulen“ die Klassengröße klein ist (20 Kinder oder weniger) und mehr LehrerInnen zur Verfügung stehen.

Die propagierte hohe Nachfrage für die NMS ist kein Qualitätsbeweis! Die NMS wird mit Inseraten, Werbespots und Medienberichten heftig beworben.

 

Rahmenbedingungen für die NMS :

Kleine Schulen (weniger als 90 SchülerInnen)werden nicht geschlossen, wenn sie NMS sind.

Jede Klasse der NMS erhält für mindestens 6 Stunden (in der Steiermark sogar für 12 Stunden) eine zweite Lehrerin /einen zweiten Lehrer.

Dadurch ist in fast jeder Stunde eine zweite Lehrerin /ein zweiter Lehrer in der Klasse, weil auch die LehrerInnen für die ehemaligen Leistungsgruppen erhalten bleiben.

Leistungsgruppen sind verboten, dennoch wird in der Praxis  sehr oft die Klasse in zwei Gruppen geteilt, weil ja genügend LehrerInnen da sind.

Die Kosten für einen Schüler / eine Schülerin in der NMS sind doppelt so hoch wie in den anderen Schulen (weil es kleine Klassen und mehr LehrerInnen gibt).

Diese hohen Kosten führen in anderen Bereichen zu Einsparungsmaßnahmen, auf Kosten anderer SchülerInnen.

Die sonderpädagogischen Zentren (= Sonderschulen für Kinder mit hohem Förderbedarf) sollen aufgelöst werden. Alle SchülerInnen, egal ob hochbegabt oder mit extrem hohem Förderbedarf, sollen bei der NMS in eine Klasse gehen.

Der Hauptgrund warum die AHS –Standorte an diesem Schulversuch nicht teilnehmen wollen ist, dass alle SchülerInnen in eine Klasse gehen sollen, aber keine Leistungsgruppen gebildet werden dürfen.

Dieser Schulversuch wird jetzt in 10% der Schulen durchgeführt.

Bei einer flächendeckenden Einführung in allen Schulen

würden sich die Kosten für den Schulbetrieb verdoppeln

würde es zu wenig LehrerInnen geben

würden laut Aussage von BM Schmied keine zusätzlichen LehrerInnen angestellt werden!!!

Daher ist die Forderung nach flächendeckender Einführung der „Neuen Mittelschule“ unseriös!

Eine seriöse Bildungspolitik muss dafür Sorge tragen, dass die vorhandenen Finanzmittel auf alle Schulen gerecht verteilt werden!

LehrerInnen wissen aus leidvoller Erfahrung, dass es immer Verschlechterungen gegenüber dem Schulversuchsmodell gegeben hat, wenn ein Schulversuch für alle Schulen umgesetzt wurde!

Der Schulversuch „Neue Mittelschule“muss erst auf seine Qualität überprüft werden. Eine seriöse Evaluierung kann aber erst nach 4 Jahren erfolgen, wenn die ersten SchülerInnen die NMS abgeschlossen haben.

Viel interessanter wäre aber die Überprüfung, ob die SchülerInnen der NMS im Beruf oder in den weiterführenden Schulen (AHS und berufsbildende Schulen) erfolgreich sein werden. Eine solche Überprüfung ist aber seitens der Ministerin nicht vorgesehen.

 

Die Gesamtschule (= Neue Mittelschule) wird sehr oft mit der Ganztagsschule verwechselt.

Ganztägige Betreuungsformen (= verpflichtende Ganztagsschule an allen Tagen oder freiwillige Nachmittagsbetreuung) sollte es an allen Schulen geben, weil berufstätige Eltern ein Angebot für die Betreuung ihrer Kinder brauchen. Die Wahlfreiheit für SchülerInnen und deren Eltern sollte aber erhalten bleiben. Eltern sollen wählen können, ob ihr Kind verpflichtend den ganzen Tag in die Schule gehen muss, oder ob sie eine Betreuung für ihr Kind an manchen Tagen, oder gar keine Betreuung, wollen.