3.12.2009

Sehr geehrter Kollege Mayer,

mit Interesse haben wir Unabhängigen GewerkschafterInnen im öffentlichen Dienst + Ausgegliederte (UGöD) von Ihrem Initiativantrag gelesen.
Was dem Antrag - soweit der OTS zu entnehmen ist - fehlt, ist die Konkretisierung der Kostenfrage, die Höhe des zusätzlichen Finanzbedarfes und die Frage, wie ein notwendiges Budgetüberschreitungsgesetz gegen die derzeitige Globalbudget-Philosophie beschlossen werden kann.

Die Skepsis vieler engagierter LehrerInnen gegenüber der nMS kommt nicht nur daher, dass es kein vergleichbares Modell gibt (extrem: LSRVorarlberg - SSRWien), sondern aus der tatsache, dass die kinderfreundlichen pädagogisch-didaktischen Möglichkeiten der nMS-Schulversuchs nicht budgetär abgesichert sind - Die Gegenpropaganda verbreitet, dass die nMS-"Zuckerln" nur zum Übertölpeln von AHS-LehrerInnen und potentiellen AHS-Eltern gedacht sind, und wenn die Regelschule kommt, dann wird "die Schmied" viel weniger Ressourcen bekommen + eine dienstrechtliche Lehrpflichterhöhung durchdrücken. Die kann nur verhindert werden, wenn es keine nMS-Zusatzkosten und am besten gar keine Gemeinsame Schule gibt, sondern alles beim Altenm bleibt.
Hier wären Bundeskanzler Faymann und Finanzminisrer Pröll gefordert, hier fehlen bis dato programmatische + zukunftsweisende Worte und richtungweisende Handlungen, damit berechtigte Bedenken ausgeräumt werden können. Die Debatte um den Initiativantrag bietet dafür eine guteGelegenheit.

Um kein Missverstädnis aufkommen zu lassen: Die LehrerInnen der ÖLI-UG sind zu den Personalvertretungswahlen in allen Schulsparten mit der Losung angetreten: "Keine Angst vor Reformen - Her mit der Bildungsmilliarde!" Die dezidierten Gegner von Gesmatschule + Ganztagsschule in der FCG/ÖVP-GÖD haben uns nicht untergekriegt.
Wir erwarten von den politisch Verantwortlichen gute Argumente, Stehvermögen für die überfällige soziale + demokratische Reform des Bildungswesens und vor allem: die ausreichende Ausstattung der öffentlichen Schulen mit öffentlichen Mitteln. Bildung kostet. Kein Kind, kein Jugendlicher darf ausgegrezt und zurückgelassen werden. SchülerInnen und LehrerInnen sollen mit Freud´ und ohne Angst in die Schule gehen und arbeiten können.

Glück auf, in Erwartung Ihrer Antwort

Reinhart Sellner, UG-Vertreter in der ARGE LehrerInnen der GÖD, die morgen Freitag ihre erste Sitzung seit den Tagen der Abwehr der geplanten Lehrpflichterhöhung abhalten wird.


OTS0205    2009-12-03/12:19 
Mayer: SPÖ bereitet Initiativantrag für Ausweitung der Neuen Mittelschule vor