Presseaussendung – 30.10.2009

LehrerInnen - Solidarität mit StudentInnen: Freier Hochschulzugang und keine Zweiklassen-Unis mit Schmalspur-AUSbildung (Bachelor) für viele und Universitätsbildung (Master) für eine Minderheit .

Utl. ÖLI-UG Österreichische LehrerInnen Initiativen fordern von Wissenschaftsminister und Bildungsministerin klare Aussagen: Master-Studien für alle LehrerInnen – Her mit der Bildungsmilliarde

Die LehrerInnenausbildung soll gem. Regierungsprogramm 2010 neu geregelt werden. Wissenschaftsminister Hahn und Bildungsministerin Schmied sind zwar für eine Universitätsausbildung aller LehrerInnen, vermeiden aber jede Festlegung, ob sie Master-Studien für alle oder einen billigen Bachelor-Abschluss für Volks- und HauptschullehrerInnen (wie bisher) anstreben, Master auch in Zukunft  nur für AHS- und BMHS-LehrerInnen.
Das ständestaatliche Zweiklassensystem der LehrerInnen-Ausbildung und -Bezahlung würde damit fortgesetzt, das Zweiklassensystem des Nebeneinander von Hauptschule und gymnasialer Unterstufe nicht überwunden, sondern verfestigt Bildungsbarrieren im Schulsystem verhindern den freien Hochschulzugang aller ebenso wie finanzielle Zugangsbarrieren. 

Bildungsoffensive heißt

  1. Ausbau der Universitäten zu frei und ohne finanzielle und soziale Beschränkungen zugänglichen, weltoffenen Bildungs- und Forschungszentren – finanziell abgesichert, mit einer den steigenden Anforderung gemäßen Infrastruktur und ausreichend Personal für Forschung, Lehre und Verwaltung mit menschenwürdige Verträgen, Einkommen und Arbeitsbedingungen.
  2. Universitätsstudien für alle pädagogischen Berufe vom Kindergarten bis zur Erwachsenenbildung
  3. Master-Studien für LehrerInnen aller Schultypen, „Upgrading“ der APS-Ausbildung und Bezahlung
  4. gemeinsame ganztägige Schulen (Volksschulen, Gesamtschule der 10-14-Jährigen) zur Verbesserung der sozialen Integration und zum Abbau von Bildungsbarrieren
  5. nachhaltige und ausreichende Finanzierung durch die öffentliche Hand, wie sie der ÖGB in seiner Solidaritätsadresse an die Studierenden einfordert
  6. „Verbreiterung der Basis zur Finanzierung der öffentlichen Aufgaben“ (ÖGB-Präsident Foglar, 29.10.09)

Die Unabhängigen GewerkschafterInnen in der GÖD unterstützen seit Beginn der Protestbewegung die StudentInnen, die eine ausreichende Finanzierung der Universitäten und Beseitigung sozialer Bildungsbarrieren fordern, Hörsäle besetzen und in den Hochschulstädten Großdemonstrationen organisieren und damit eine öffentliche Bildungsdiskussion ausgelöst haben.

Demokratische Universitätsreform und Schulreform jetzt!
Her mit der Bildungsmilliarde!
Her mit einem Konjunkturpaket Bildung, Soziales und öffentlicher Dienst!

Glück auf!

Rückfragen:
Reinhart.Sellner, Lehrer, Unabhängige GewerkschafterInnen in der GÖD
reinhart.sellner@blackbox.net,  0676 3437521
Gary Fuchsbauer, BMHS, Österreichische LehrerInnen-Initiativen
fuchsbauer@oeli-ug.at, 0680 2124358

ps: Die vom Wissenschaftsministerien kolportierten Steigerungsraten der österreichischen Universitätsabschlüsse erklären sich mit den im Bologna-Prozess begonnenen Umstellung auf verschulte Bachelor-Kurzstudien – die Zahl der Master- und Doktoratsabschlüsse stagniert weiterhin. Bildungsoffensive und Demokratisierung der Universitäten sehen anders aus.