Weiterleitung des 5. Newsletter - Sonderausgabe Juli 2026: Deshalb Hochschulstrategie, Quelle: www.bmfwf.gv.at/hochschulstrategie2040
Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner erklärt, warum die Hochschulstrategie 2040 gerade jetzt besonders wichtig ist
„Debattenräume nutzen, um die Zukunft unseres Hochschulraums
mitzugestalten“: Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner richtet sich an Sie, an alle Mitgestalter:innen der
Hochschulstrategie 2040 und erklärt, warum Ihr Engagement und Ihre Diskussionsbereitschaft gerade jetzt wichtiger denn je sind. Lesen Sie mehr.
Strategische Weichenstellungen im Hochschulbereich - Pressekonferenz von Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner am
22. Juni, auf der sie ihre Prioritäten im Zusammenhang mit der Hochschulstrategie 2040 präsentiert hat. Auf ORF ON steht die Aufzeichnung zum Nachschauen
bereit.
Hochschulstrategie Inside: Das ist der weitere Fahrplan
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Sommer: Das BMFWF sichtet, konsolidiert und verdichtet, was in den Arbeitsgruppen bisher erarbeitet wurde. Im September werden diese Diskussionslinien mit den Arbeitsgruppen
rückgekoppelt, um basierend darauf einen ersten Entwurf der Hochschulstrategie zu verfassen. Die meisten Arbeitsgruppen finalisieren ihre Abschlussberichte.
-
Herbst: In regionalen Impulsveranstaltungen werden Fokusthemen diskutiert. Im November tagen die Arbeitsgruppen wieder, um den Erstentwurf der Hochschulstrategie zu
diskutieren (und in Einzelfällen ihre Abschlussberichte zu finalisieren). Die Abschlussberichte der Arbeitsgruppen werden online veröffentlicht.
- Winter: Die Hochschulstrategie 2040 wird fertiggestellt, um im März 2027 präsentiert zu werden.
Herausforderung 1: Das Studium auf Lebensrealitäten der Studierenden abstimmen
Ein Studium, das sich an die Lebensrealitäten der Studierenden
anpasst, ist ein Kernanliegen von Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner. Flexible Studienpfade, Teilzeitmodelle
und gute strukturelle Rahmenbedingungen entscheiden darüber, ob ein Studium gelingt – Themen, mit denen sich die AG Freudvoll & Aktiv ebenso befasst hat wie die AG Offen & Sozial
Gerecht.
Ein flexibles, an die Lebensrealität angepasstes Studium fordert auch die ÖH – mit Lehre zu Randzeiten und am Wochenende,
mehr hybriden Formaten, weniger Voraussetzungsketten und geschlossenen Lücken im Beihilfensystem; eine Abkehr vom Vollzeitstudium ist ausdrücklich nicht gemeint. Lesen Sie mehr.
International ist das Teilzeitstudium vielerorts Teil des Regelstudiums: In Schweden richtet sich das Pensum nach dem
individuellen Studientempo (studietakt), die Studienförderung wird ab 50 % anteilig ausbezahlt. Lesen Sie mehr. In den Niederlanden ist das Teilzeitstudium im Hochschulgesetz (WHW) verankert und umfasst 30 statt 60 ECTS pro Jahr,
gefördert über ein rückzahlbares Darlehen. Lesen Sie mehr. In
Österreich existiert es de facto über die berufsbegleitenden Studiengänge an Fachhochschulen. Lesen Sie mehr.
Freudvoll & Aktiv studieren: Was ein Studium 2040 ausmacht
Wie sieht idealtypisches Studieren im Jahr 2040 aus? Diese Frage stellte sich die AG Freudvoll & Aktiv. Diskutiert wurde u.
a. personalisiertes Studieren durch flexible, individualisierbare Curricula – auch in Teilzeitform. Ein Beispiel ist das Stackable-Learning-Modell der Singapore University of Social Sciences (SUSS):
Studierende stellen ihr Studium aus einzelnen Modulen selbst zusammen und passen Tempo und Aufbau an ihre Lebensumstände an. Schauen Sie sich das Video dazu an.
Ob ein Studium gelingt, hängt nicht allein von den Studierenden ab, sondern von den Rahmenbedingungen, die Hochschulen
schaffen. Ausgangspunkt der Diskussion in der AG war unter anderem der Zusatzbericht zur Studierenden-Sozialerhebung 2023 „Studierbarkeit und Digitalisierung"
(Zucha/Engleder/Rieder 2024). Er macht Studierbarkeit an drei Dimensionen fest: der prinzipiellen Abschließbarkeit des Studiums in der vorgesehenen Zeit, der Abbruchsintention und der
Weiterempfehlung des eigenen Studiums. Kernbefund: Wer die strukturelle Studierbarkeit als mangelhaft erlebt, denkt deutlich häufiger an einen Studienabbruch – 20 % gegenüber 4 % bei guter
Studierbarkeit. Auch digitale Kompetenzen wirken sich aus: Studierende, die ihre digitalen Fähigkeiten als unzureichend einschätzen, bewerten ihre eigene Studienleistung seltener als
überdurchschnittlich (28 % gegenüber 42 %). Lesen Sie mehr.
Lesetipp: Imke Buß (2019): „Flexibel studieren – Vereinbarkeit ermöglichen. Studienstrukturen für eine diverse
Studierendenschaft." Springer VS, Wiesbaden. https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-26206-8
Offen & Sozial Gerecht: Vom Hochschulzugang bis zum Studienabschluss
Auch die AG Offen und Sozial Gerecht hat viel über unterschiedliche Lebensrealitäten der Studierenden
diskutiert. Dort war insbesondere Bildungsvererbung ein Thema. Für eine Person, deren Vater mindestens Matura hat, ist
die Wahrscheinlichkeit eines Studiums 2,5-mal so hoch wie für jene ohne Matura-Elternhaus – ein Wert, der sich in zehn Jahren kaum verändert hat. Das zeigt die aktuelle Studierenden-Sozialerhebung
2025 (SOLA). Die Studie lässt sich hier herunterladen.
Eine Erklärung liefert der Evaluierungsbericht zur Nationalen Strategie zur Sozialen Dimension: Die soziale Selektion
entsteht großteils nicht an der Hochschule, sondern bereits davor – in den vorgelagerten Bildungsstufen. Hochschulen können spät in der Bildungslaufbahn ansetzen, wenn viele Weichen längst
gestellt sind. Der Evaluierungsbericht kann hier heruntergeladen
werden.
Umso wichtiger sind Information und Beratung am Übergang Schule - Hochschule: Eine Arbeitsgruppe der Hochschulkonferenz hat
dazu kürzlich Empfehlungen für mehr Chancengerechtigkeit und Durchlässigkeit vorgelegt; im Zentrum steht ein gemeinsames Verständnis von Studierfähigkeit. Die Empfehlungen können hier heruntergeladen werden.
Flexible Studienpfade und Teilzeitmodelle fördern den Verbleib an der Hochschule und damit den erfolgreichen Abschluss. Eine
Studie (Nairz-Wirth, Feldmann und Gehart 2021) der WU Wien wertet Maßnahmen gegen Studienabbruch in den USA, Australien und Europa aus – mit MINT-Schwerpunkt. Wirksam sind vor allem rechtzeitige
Ansätze wie Outreach mit Schulen, Peer Learning und Mentoring. Der Kern: Einzelmaßnahmen wirken begrenzt, nachhaltig erst im Verbund und gezielt auf abbruchgefährdete Gruppen. Lesen Sie
mehr.
Lesetipp: Magdalena Fellner (2024): „Studierfähigkeit als soziales Konstrukt. Eine gesellschaftskritische Perspektive."
Campus Verlag, Frankfurt a. M./New York, 426 S., DOI: https://doi.org/10.12907/978-3-593-46046-8, Open Access (frei zugänglich)
Herausforderung 2: Die Arbeitsbedingungen für Wissenschafter:innen verbessern
Gute Arbeitsbedingungen und planbare Karriereperspektiven sind die Voraussetzung für qualitativ hochwertige Wissenschaft. Gerade an den Universitäten arbeiten besonders viele wissenschaftlich Mitarbeitende
nur mit befristeten Verträgen – ein Thema, das vor allem die AG Attraktiv & Perspektivenreich bearbeitet. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner hat daher ein Ende des umstrittenen § 109
UG angekündigt.
§ 109 Universitätsgesetz (UG 2002) ist eine Sonderregelung für befristete Beschäftigung – und soll nun gestrichen werden.
Sie sollte den Universitäten Flexibilität bei wissenschaftlichen und künstlerischen Karrierewegen geben und zugleich Perspektiven schaffen, die längerfristig in unbefristete Arbeitsverhältnisse
führen; das zweite Ziel wurde verfehlt, der Anteil befristet beschäftigten Personals ist überproportional gestiegen. Das Netzwerk Unterbau Wissenschaft (NUWiss) setzt sich seit seiner Gründung 2021 für die Abschaffung des § 109 UG und die Überführung ins allgemeine
Arbeitsrecht ein – begrüßt das Vorhaben, fordert aber zugleich neue Karrieremodelle für
(Jung-)Wissenschafter:innen, da andernfalls die Beschäftigungsverhältnisse künftig noch früher auslaufen könnten.
Das Faculty-Modell ersetzt hierarchische Lehrstuhlstrukturen (Kurien) durch kooperativ organisierte Departments und gilt
international als Schlüssel zu fairen Karriereperspektiven. Im nordamerikanischen und angelsächsischen Hochschulraum sind geteilte Ressourcen, kollegiale Entscheidungsstrukturen und
Tenure-Track-Professuren Standard. Die Junge Akademie der Leopoldina, der Deutschen Akademie der Wissenschaften, hat 2017 vorgerechnet, dass eine kostenneutrale Verdopplung der
Professor:innenstellen möglich wäre, wenn haushaltsfinanzierte Mittelbaustellen umgewandelt würden. Erste Fachbereiche in Deutschland gehen diesen Weg bereits. Lesen Sie mehr.
Lesetipp: Michael Lang, Befristete Arbeitsverhältnisse an Universitäten – Die Neuregelung des § 109 UG, zfhr 2021, Band 20,
Heft 3, S. 79–98. Verlag Österreich, DOI: 10.33196/zfhr202103007901 (nicht frei
zugänglich).
Attraktiv & Perspektivenreich: Arbeitslast und Durchlässigkeit als Qualitätsfrage(n)
Arbeitslast als Qualitätsfrage: die „Workload/Quality of Work"-Initiative der Uni Wien:
Eine Bottom-up-Initiative von Wissenschafter:innen der Universität Wien rückt die Arbeitsbelastung des wissenschaftlichen Personals
als Frage der Qualität von Forschung, Lehre und Betreuung in den Mittelpunkt. Ein Diskussionspapier fordert, das Verhältnis von Forschung, Lehre, Management und Verwaltung für jede
Personalkategorie vertraglich festzuschreiben (bei Professuren etwa 30 % Forschung, 40 % Lehre, 20 % Management, 10 % Verwaltung) und jede Aufgabe in Semesterwochenstunden-Äquivalenten zu
gewichten. Lesen Sie mehr.
Die Hochschulkonferenz empfiehlt mehr Durchlässigkeit. Karrierewege sollen durchlässiger und über Sektorgrenzen hinweg
„übersetzbar" werden. Die Hochschulkonferenz empfiehlt Karrieremodelle entlang der europäischen Stufen R1–R4, gestärkte Senior-Positionen unterhalb der Professur und vergleichbare Kompetenzraster
(ResearchComp). Als Vorbild dient u. a. die Universität Utrecht, die seit 2023 nicht mehr zwischen wissenschaftlichem und allgemeinem Personal unterscheidet. Die Empfehlungen stehen hier zum Download bereit.
CoARA National Chapter Austria gestartet. Mit dem nationalen CoARA-Chapter erhält die Reform der Forschungsbewertung in
Österreich eine eigene Plattform. CoARA (Coalition for Advancing Research Assessment) ist eine EU-Initiative, die die Bewertung von Forschung weg von rein quantitativen Kennzahlen hin zu
qualitativen Kriterien reformieren will. Am 13. Mai 2026 startete – gehostet von der ÖAW – das CoARA National Chapter Austria. Lesen Sie mehr.
Lesetipp: Unsere Newsletter-Ausgabe im März war speziell der AG Attraktiv & Perspektivenreich gewidmet. Lesen Sie noch einmal hinein.
Herausforderung 3: Ein gemeinsamer Hochschulraum
„Ein Standort, ein Studium" – das ist ein zentraler Punkt der Wissenschaftsregionen,
wie sie den Vorstellungen von Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner entsprechen. Keine Parallelangebote am selben Ort,
dafür mehr Profilbildung durch erfolgreiche Kooperation. Das war auch Thema in den AG International & Sichtbar, Kooperativ & Arbeitsteilig, Qualitätsvoll & Effizient, aber auch in der
AG Innovativ & Exzellent. International gibt es dafür unterschiedliche Modelle: In den Niederlanden müssen öffentlich finanzierte Studien eine „Makrozweckmäßigkeitsprüfung" durchlaufen, die
unnötige Konkurrenz vermeidet. Lesen Sie mehr. In Deutschland bündeln seit
2007 drei Universitäten – Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen – ihr Angebot in der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr). Lesen Sie mehr.
Wie nötig solche Abstimmung ist, zeigt ein Blick auf die heimische Kleinteiligkeit: Schon die IBW-Studie zu den
Privathochschulen bewertete den institutionell stark differenzierten österreichischen Hochschulraum als „Hemmfaktor" für Kooperationen zwischen den Sektoren. Lesen Sie mehr.
Ein Vorbild für die Wissenschaftsregionen sind die Niederlande, die Regionen entlang drei "Ports" bewusst mit eigenen
Profilen entwickelt und Hochschulen und Industrie eng verzahnt haben: Amsterdam (Airport) als Luftfahrtknoten, Rotterdam (Seaport) als Hafenstandort und Eindhoven als „Brainport" – die
Hightech-Region, in der Hochschulen, Forschungsinstitute, Industrie und öffentliche Hand nach dem Triple-Helix-Modell kooperieren. Getragen von 21 Gemeinden gemeinsam mit Unternehmen wie ASML und
Philips und Wissensträgern wie der TU Eindhoven, ist so eine Region von internationaler Exzellenz entstanden, deren enge Verzahnung von Spitzenforschung und Hightech-Industrie sie zu
einem der innovationsstärksten Standorte Europas gemacht hat. Lesen Sie
mehr.
Lesetipp: Nicoline Frølich & Bjørn Stensaker (2021): „Mergers and missions: investigating consequences for system
diversity", Higher Education 82, S. 411–434 (Open Access), https://doi.org/10.1007/s10734-021-00730-7
Kooperativ & Arbeitsteilig: Gute Aufgabenteilung, erfolgreiche Zusammenarbeit
Kooperation vs. Fragmentierung – das war der Ausgangspunkt der AG Kooperativ & Arbeitsteilig.
Dass dieser Gegensatz hochaktuell ist, zeigt die OECD: Bei sinkenden Studierendenzahlen verschärft die Finanzierungslogik den
Wettbewerb zwischen Hochschulen – gerade dann, wenn die Politik eigentlich mehr Kooperation und Konsolidierung anstrebt. Lesen Sie mehr.
Wie viel FH, wie viel Universität? Diskutiert wurde, ob das angestrebte Verhältnis von 40 : 60 zwischen Universitäten und
Fachhochschulen noch passt. Die Zielmarke geht auf das Weißbuch des (damaligen) Österreichischen Wissenschaftsrats aus dem Jahr 2015 zurück. Lesen Sie mehr.
Wie ein stark föderales System die Aufgabenteilung aktiv koordinieren kann, zeigt die Schweiz: Über die Schweizerische
Hochschulkonferenz, ein gemeinsames Organ von Bund und Kantonen, werden Universitäten und Fachhochschulen nach einheitlichen Grundsätzen gefördert, ihre Profile aber gewahrt. Eine Evaluierung
2024 fiel grundsätzlich positiv aus. Lesen Sie mehr.
Lesetipp: Unsere Newsletter-Ausgabe im Februar widmete sich der AG Kooperativ & Arbeitsteilig. Werfen Sie noch einmal einen Blick hinein.
International & Sichtbar: So global sind Österreichs Hochschulen
Wie gut Österreichs Hochschulen international zusammenarbeiten, zeigen die European Universities Alliances. 18 österreichische Hochschulen sind aktuell an den European Universities Alliances beteiligt, zwei
davon koordinierend. Unter Federführung von E³UDRES² (USTP/FH St. Pölten) – neben EURECA-PRO (Montanuniversität Leoben) – haben ihre Vertreter:innen ein gemeinsames Positionspapier verfasst, das für
jede der acht Arbeitsgruppen Impulse gibt und fordert, die Allianzen zu „echten europäischen Universitäten" weiterzuentwickeln. Lesen Sie mehr.
HMIS-Zwischenbericht auf dem Bologna-Tag 2026: Wie weit sind Österreichs Hochschulen bei Internationalisierung und
Mobilität? Der Zwischenbericht zur Hochschulmobilitäts- und Internationalisierungsstrategie wurde am 17. Juni an der PH Tirol präsentiert. Er dokumentiert die Fortschritte österreichischer
Hochschulen und benennt offene Herausforderungen – entlang der fünf Ziele der HMIS2030. Lesen Sie mehr.
Was Chinas Fünfjahresplan mit Österreichs Universitätsbudget zu tun hat: Internationale Sichtbarkeit ist auch eine Frage
strategischer Schwerpunktsetzung. Helmut Kern, stellvertretender Vorsitzender des Universitätsrats der Universität Wien und Vorsitzender des Wirtschaftsrats der Statistik Austria, erklärt in
einem Gastkommentar in der „Presse", was Chinas Fünfjahresplan und Singapurs Bildungspolitik mit Österreichs Universitätsbudget zu tun haben. Lesen Sie mehr.
Lesetipp: Unsere Newsletter-Ausgabe im April war der AG "International & Sichtbar" gewidmet. Lesen Sie noch einmal hinein.
Qualitätsvoll & Effizient: Wie viele und welche Hochschulen Österreich braucht
Mehr Autonomie bei klarer Verantwortung lässt Hochschulen strategischer und flexibler handeln,
statt sie durch kleinteilige Vorgaben zu bremsen. Darüber hat die AG Qualitätsvoll & Effizient intensiv diskutiert. Die Autonomy
Scorecard der European University Association (2023) kommt zu dem Schluss: Ausreichende Autonomie und flexible Governance setzen Effizienz frei. Lesen Sie mehr.
Wie viele Hochschulen braucht ein kleines Land? Diese Frage stellt nicht nur das FORWIT-Impulspapier von WIFO-Experte Jürgen Janger, sondern auch Martin Unger vom IHS. Sein Befund: Mit 77 Hochschulen liegt Österreich über dem
EU-Schnitt (8,2 je Million Einwohner:innen); zugleich entfällt die Hälfte aller Studierenden auf nur sechs Universitäten. Unger sieht die größte Chance nicht in Zusammenlegungen, sondern in
stärkerer Kooperation – mit dem Hochschulraum Steiermark als Vorbild. Lesen Sie mehr.
Wie privat ist der Privathochschulsektor? Das hängt davon ab, ob man seine Rechtsnatur oder seine Finanzierung meint. Über
Letztere wurde schon 1999 debattiert, als der Sektor durch das Universitäts-Akkreditierungsgesetz geschaffen wurde: Es sah ein Finanzierungsverbot des Bundes vor, ließ aber Zuwendungen anderer
Träger:innen – vor allem von Ländern und Gemeinden – zu. Das gilt bis heute: Die 17 Privatuniversitäten und zwei Privathochschulen finanzieren sich aus unterschiedlichen Mitteln, nur rund die
Hälfte vorwiegend über Studienbeiträge. Besonders die fünf aus Musikkonservatorien hervorgegangenen Einrichtungen werden mehrheitlich von der öffentlichen Hand getragen. Lesen Sie mehr.
Lesetipp: Klaus Hekking (2021): „Die Alternative – Nichtstaatliche Hochschulen in Europa." BWV (Berliner
Wissenschafts-Verlag), 167 S., DOI: https://doi.org/10.35998/9783830543510 (nicht frei
zugänglich)
Innovativ & Exzellent: Foresight statt Prognose
Foresight statt Prognose: Niemand
weiß, wie unsere Hochschullandschaft 2040 konkret aussehen wird. Mit Foresight – einem strategischen Ansatz, den auch die AG Innovativ & Exzellent angewandt hat – geht es nicht darum, die eine
Zukunft vorherzusagen, sondern alternative Entwicklungslogiken zu erkunden und produktiv mit Ungewissheit umzugehen. Foresight schärft den Blick für aufkommende Veränderungen, stärkt die strategische
Handlungsfähigkeit und schafft eine gemeinsame Grundlage für zukunftsrobuste Entscheidungen. Lesen Sie mehr.
Innovation wird oft auf Spin-offs, Patente und wirtschaftliche Verwertung verengt. Dabei umfasst sie viel mehr: das
Zusammenspiel von Forschung, Lehre, Wissenstransfer und gesellschaftlicher Problemlösung. So sieht es auch das „Future of Universities Thoughtbook" des University Industry Innovation Network (UIIN), das Universitäten nicht als Pipelines für Start-ups begreift, sondern als offene,
partnerschaftliche Ökosysteme. Lesen Sie mehr.
So exzellent ist Österreich heute: Der Elsevier-Bericht „Austria as a science and technology nation" attestiert dem Land
eine „kleine, aber exzellente" Position. Die Zitierwirkung liegt mit einem Field-Weighted Citation Impact von 1,54 deutlich über dem EU-Schnitt (1,14) und vor den USA (1,33). Auch die Verzahnung
mit der Wirtschaft ist eng – 8,8 % der Arbeiten entstehen gemeinsam mit Unternehmen, mehr als doppelt so viel wie im globalen Schnitt. Solche Kennzahlen sagen allerdings mehr über Reputation als
über deren Ursprung aus: Rankings bestätigen Reputation, sie erzeugen sie nicht (Soysal et al. 2022). Lesen Sie mehr.
Herausforderung 4: Hochschulen als aktive Gestaltungskräfte für Demokratie stärken
Hochschulen sind nicht nur Forschungs- und Lehrorte, sondern Akteur:innen, die in sozialen Räumen verankert
sind. Neben Lehre und Forschung zählt auch die Third Mission, also der wirtschaftliche und gesellschaftliche Outreach,
zu den Kernaufgaben der Hochschulen, auch in Österreich. Die AG Hochschule & Demokratie durchleuchtet die Rolle der Hochschulen als aktive Gestaltungskräfte unserer liberalen, wehrhaften
Demokratie.
Wie sich das verbindlich gestalten lässt, zeigen u.a. die Civic University Agreements im Vereinigten Königreich: Auf
Empfehlung der Civic University Commission haben inzwischen über 70 Hochschulen formale Vereinbarungen mit ihren Städten und Regionen geschlossen, um gemeinsam Bildungs-, Gesundheits- und
Inklusionsziele zu verfolgen – teils im Verbund mehrerer Hochschulen wie in Greater Manchester oder Newcastle. Lesen Sie mehr.
Die Ohio State University macht ihren Nutzen für die Gesellschaft sichtbar. Unter dem Leitgedanken, gemeinsam erarbeitetes
Wissen in den Gemeinden des Bundesstaats wirksam werden zu lassen, bündelt sie Projekte aus drei Bereichen: lebendige Gemeinschaften, gute Gesundheitsversorgung und Chancen am Arbeitsmarkt. Die
Beispiele reichen von Mentoring für Jugendliche über einen inklusiven Spielplatz bis zu einem Programm, das erkrankte Landwirtinnen und Landwirte im Beruf hält. So wird die „Third Mission" – das
gesellschaftliche Engagement der Hochschule über Forschung und Lehre hinaus – konkret und im Bundesstaat verankert. Lesen Sie mehr.
Lese- und Hörtipp: Georg Mein: Das Prinzip Universität. Warum Demokratie Wissenschaft braucht. Heidelberg: Carl-Auer Verlag,
2025, Nachzuhören in der Podcastfolge "Sound of Science"; In der Wochenzeitung "Die Zeit" hat Mein außerdem im März ein Interview zum Buch
gegeben. Lesen Sie mehr.
Hochschule & Demokratie: Von der Wissenschaftsfreiheit bis zur digitalen Souveränität
Worüber reden wir, wenn wir Wissenschaftsfreiheit meinen?
Das war ein wichtiges Thema in der AG Hochschule & Demokratie, die zu dem Schluss kam: Wissenschaftsfreiheit ist kein Selbstzweck.
Sie existiert, weil Wissenschaft gesellschaftlich etwas leistet – aber nur für eine Gesellschaft, die mit diesen Leistungen etwas anfangen kann und die wissenschaftliche Unabhängigkeit als notwendig
erachtet. Justus Henke ordnet die oftmals verwirrende Debatte in seinem Gastbeitrag auf dem Wiarda-Blog ein. Lesen Sie mehr.
Digitale Souveränität als demokratische Frage: Wer die digitale Infrastruktur seiner Wissensproduktion nicht kontrolliert,
kann seine demokratische Funktion nicht eigenständig ausüben. Die wachsende Abhängigkeit von kommerziellen, vorwiegend US-amerikanischen Plattformen und KI-Systemen ist für Hochschulen daher kein
rein technisches, sondern auch ein demokratiepolitisches Thema. Eine Grundposition liefert das Wiener Manifest für Digitalen Humanismus (TU Wien, 2019): Es fordert, digitale Technologien so zu
gestalten, dass sie Demokratie und Inklusion fördern – und versteht sich als Auftrag an Forschung, Lehre und Politik. Lesen Sie mehr.
Lesetipp: Unsere erste Newsletter-Ausgabe im Jänner widmete sich der AG Hochschule & Demokratie. Lesen Sie noch einmal hinein.
Hochschulstrategie 2040: Zum Nachlesen
Warum das mit den Unis nicht so einfach ist, meint Kurt Kotrschal, der ehemalige Leiter der Konrad Lorenz Forschungsstelle für Ethologie der Universität Wien in Grünau im Almtal und
Mitbegründer des Wolfforschungszentrums (Wolf Science Center) der Veterinärmedizinischen Universität Wien, in seinem Gastkommentar in der "Presse", der am 29. Juni erschien. (nicht frei zugänglich).
Lesen Sie mehr.
Eine Hochschulstrategie für Österreichs Zukunft - ein offener Brief des Verbands der Österreichischen
Universitätsprofessorinnen und Universitätsprofessoren (UPV), erschienen in der "Presse" am 22. Juni. Lesen Sie mehr.
Super-GAU an Universitäten? Im Unterbau nichts Neues, schreiben Theresa Hager, Yvonne Völk und Stephan Pühringer von NuWiss,
vom Netzwerk Unterbau Wissenschaft in einem Gastkommentar in der "Presse", der am 31. Mai erschien. Lesen Sie mehr.
Streit übers Budget? Jetzt ist die Zeit für Hochschulreformen, meint Thomas Henzinger, Präsident des FORWIT, des
Österreichischen Rats für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung in seinem Gastkommentar im "Standard" vom 30. Mai. Lesen Sie mehr.
Weniger Dramatik, mehr Augenmaß beim Universitätsbudget, lautet der Titel des Gastkommentars von Sektionschef Elmar Pichl
vom 27. Mai im "Standard". Lesen
Sie mehr.
Hochschulstrategie 2040: Zum Nachhören
Holzleitner will Unis zur Zusammenarbeit verdonnern: In dieser Folge seines Politik-Einsteiger:innen-Podcast erklärt Politikjournalist Georg Renner (WZ, DATUM) vom 22. Juni, was
Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner aus seiner Sicht mit der Hochschulstrategie 2040 vorhat. Hören Sie rein.
Wie wertvoll ist Österreich und seine Wissenschaft? Dieser Frage ging die Ö1-Diskussionssendung "Dimensionen" am 27. Mai
2026 nach. Es debattierten Elmar Pichl, Leiter der Hochschulsektion des BMFWF, Markus Müller, Vizepräsident der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko) und Rektor der Medizinischen
Universität Wien, sowie Cornelia Dlabaja, Soziologin und Kulturwissenschaftlerin, Netzwerk Unterbau Wissenschaft. Moderiert wurde die Sendung von Marlene Novotny (Ö1). Hören Sie rein.
BMFWF-Veranstaltungen
7. Juli, 10-16 Uhr: Vernetzungskonferenz zur sozialen Dimension, Hochschule Campus Wien: Präsentation der Ergebnisse der Studierenden-Sozialerhebung (SOLA) 2025.
8. September, 17 Uhr: Verleihung des Ars Docendi, des österreichischen Staatspreises für exzellente Lehre, Österreichische
Akademie der Wissenschaften Wien, Einladung folgt in Kürze.
10. und 11. September: Technology Talks Austria, Museumsquartier Wien, das Programm und die Tickets gibt es hier.
20. bis 30. September: MS Wissenschaft steuert Österreichs Häfen an, in Krems, Tulln, Korneuburg, Wien, das Tourprogramm gibt es hier.
Frag die KI: Warum die Hochschulstrategie 2040 gerade jetzt wichtig ist
Frage an ChatGPT (Version 5.4): Warum ist die Hochschulstrategie 2040 gerade jetzt so wichtig? Antworte kurz und knackig,
keine Halluzinationen.
Gerade jetzt ist die Hochschulstrategie 2040 besonders wichtig: In einer Zeit begrenzter finanzieller Spielräume, tiefgreifender Transformationen und wachsender Anforderungen durch
Digitalisierung, KI, Fachkräftemangel und Internationalisierung schafft sie Orientierung, setzt klare Prioritäten und hilft, die Hochschulen nachhaltig und zukunftsfit
weiterzuentwickeln.
Weiterleitung des 5. Newsletter - Sonderausgabe Juli 2026: Deshalb Hochschulstrategie
Quelle: www.bmfwf.gv.at/hochschulstrategie2040


