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Künstliche Intelligenz und ihre Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

Wo bleibt die Mitsprache des Personals?

Grafik: Eine Frau, deren Haut wie eine Computerplatine aussieht.

Ein Forschungsprojekt der AK Oberösterreich mündet in die Forderung nach Einbinden, Chancen prüfen, Hinterfragen und Orientierung geben

 

 

 

Eine Diskursanalyse der Arbeiterkammer Oberösterreich bei der Johannes Kepler Universität Linz hat erforscht, wer auf welche Weise über KI mit wem spricht und welche Diskursstränge dabei vorherrschen. Es konnten drei Hauptstoßrichtungen herausgearbeitet werden:

 

 

 

ü  KI-Verbreitung erfolgt im harten Wettbewerb mit großen Akteuren wie China und den USA. Sie folgt dem Prinzip der Schnelligkeit und Profitabilität und erzeugt Handlungsdruck auf Unternehmen.

 

ü  KI wird in ihrer Bedeutung der Industrialisierungswelle des 19. Jahrhunderts gleichgesetzt und wird als unvermeidbare Transformation betrachtet und dargestellt.

 

ü  Oberösterreich sei als industrielle Region dafür prädestiniert, weltweit führend bei KI-Anwendungen in der Industrie zu sein. Dabei müsse man sich auf die lokal vorhandenen Herstellerbetriebe für KI-Systeme stützen, um diese Chance nicht zu verpassen.

 

 

 

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Arbeitswelt als zentrale Perspektive fast völlig ausgespart wird. Eine daraus abgeleitete Forderung ist das „ECHO-Prinzip“:

 

 

 

E – Einbinden: Beschäftigte und ihre Vertretungen müssen von Beginn an aktiv in die Entwicklung, Einführung und Bewertung von KI-Systemen einbezogen werden. 

 

C – Chancen prüfen: Die Potenziale von KI sind systematisch daraufhin zu prüfen, ob sie tatsächlich zu besseren Arbeitsbedingungen, höherer Qualität und mehr Handlungsspielraum führen. 

 

H – Hinterfragen: Auswirkungen auf Arbeitsbelastung, Kontrolle, Datenschutz, Qualifikationsanforderungen und betriebliche Machtverhältnisse müssen kritisch analysiert werden. 

 

O – Orientierung geben: Klare rechtliche Rahmenbedingungen, transparente Prozesse und ein gesicherter Zugang zu Weiterbildung schaffen Sicherheit und Vertrauen im technologischen Wandel.[1]

 

 

 

Dies muss unter Einbindung der Personal- bzw. Belegschaftsvertretungen unter Nutzung starker Instrumente der Mitbestimmung realisiert werden.

 

 

 

KI-Anwendungen im Dienstleistungsbereich, im öffentlichen Dienst zur Wissens-, Kultur- und Informationsvermittlung werden gleichfalls unter Wettbewerbsdruck eingeführt und nicht in Zusammenarbeit mit den Belegschaften analysiert und weiterentwickelt, wie es derart dynamischen Systemen wesentlich entspricht. Ihre Fehleranfälligkeit wird immerhin bereits öffentlich diskutiert, die Euphorie über ihre technischen Möglichkeiten weicht langsam der Angst vor Entfremdung und Kontrollverlust.

 

 

 

In diesem Zusammenhang schlagen wir der UGÖD vor, für den GÖD Kongress Detailforderungen auszuarbeiten.

 

 

 

 

Beate Neunteufel-Zechner,
UGöD Referatsleitung Klima und Strukturwandel

 

und

 

Stefan Schön,
Pressesprecher

 



[1] https://www.awblog.at/Digitalisierung/Kuenstliche-Intelligenz-benoetigt-ein-ECHO-aus-der-Arbeitswelt