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Regierung plant radikale Kürzung der Universitätsbudgets

Die geplante Budgetkürzung würde unserem Land nachhaltig Schaden zufügen

Update 25.05.2026 zu Uni-Budgets: Forderung nach sachlicher und seriöser Argumentation

Der ULV - Verband des wissenschaftlichen und künstlerischen Personals der österreichischen Universitäten - warnt:

 

Der ULV warnt die Bundesregierung vor der Umsetzung von Einsparungsmaßnahmen, die seit zwei Tagen kolportiert werden. Die Rede ist von einer nominellen Budgetkürzung von 1 Milliarde Euro gegenüber dem aktuellen Budget für die laufende Leistungsvereinbarungsperiode, d. h. die Universitäten hätten ab 2028 unter Berücksichtigung der Inflation keine Geldmittel mehr, um den laufenden Betrieb aufrecht zu erhalten. Angesichts des budgetären Personalaufwands von mittlerweile 80% liegt es auf der Hand, dass es bei Umsetzung dieser Pläne zu massiven Einschnitten im Personalbereich kommen müsste.

 

Der ULV erinnert daran, dass die ca. 67000 Beschäftigten an den österreichischen Universitäten mit einem sehr geringen Gehaltsabschluss für 2026 und 2027 einen wesentlichen Beitrag zum Pakt für Forschung, Technologie und Innovation (FTI) geleistet haben. Die Sozialpartner durften eigentlich darauf vertrauen, dass dies im Hinblick auf eine grundsätzliche Ausfinanzierung der Universitäten für die nächste Leistungsvereinbarungsperiode geschehen ist. Mit der geplanten Radikalkürzung jedoch wird die grundsätzliche gesellschaftliche Übereinkunft zur Finanzierung des tertiären Bildungsbereichs durch ein enormes Ausmaß einer Ausdünnung gefährdet, sodass grundlegende Leistungsspektren nicht mehr erfüllbar sein werden:

 

Universitäten liefern die Grundlagen für Zukunftsinvestitionen, sie sorgen für Konjunkturbelebung, erhöhen die Produktivität und bilden die Fachkräfte heran, die wir im internationalen Wettbewerb so dringend benötigen. Die geplanten Einsparungsmaßnahmen für die Universitäten stellen einen Angriff auf das wirtschaftliche Standing Österreichs, aber auch auf öffentliche Güter dar, wenn man insbesondere an die medizinische Versorgung unseres Landes denkt. Die geplante Budgetkürzung würde unserem Land nachhaltig Schaden zufügen.

 

Die Leitungsgremien der Universitäten, die Vertretungen des Personals und die Studierendenvertretungen sind sich einig, dass dieser Budgetplan verhindert werden muss und ausreichende Mittel für die unabdingbaren Leistungen der Universitäten, wie sie für unsere Wissensgesellschaft erforderlich sind, zur Verfügung gestellt werden müssen.

 

 

Uni-Budgets: Forderung nach sachlicher und seriöser Argumentation

 

Das Versprechen an die nächsten Generationen muss auch budgetär eingelöst werden

 

Die geplante nominelle Kürzung der Unibudgets ab 2028 ist indiskutabel und lässt sich auch nicht kosmetisch schönfärben, ebenso wenig wie eine Verschiebung auf der Zeitachse in Richtung Oktober dieses Jahres. Wo Innovation stattfinden und Forschungsergebnisse vorliegen sollen, können Budgets nicht im Ernst ohne Rücksicht auf unabdingbare Kostensteigerungen erstellt werden. Mit einer fehlenden Milliarde könnte der seriöse Studienbetrieb nicht aufrechterhalten werden, die Gehälter des Personals nicht bezahlt werden, etc. Das haben die Universitätsleitungen in den letzten Tagen plausibel vorgerechnet. Sollen also einzelne Universitäten geschlossen werden? Ist das der Plan?

 

Dieser Verdacht verdichtet sich, wenn man sich die Ideen vor Augen hält, mit welchen die Ministerin statt des Verlustes eine Stärkung der Universitäten erreichen will: Lohnnebenkostensenkung, Baukostenzuschüsse und Philantropie durch Stiftungen - das alleine wird wohl nicht reichen.

 

Es wäre geboten die Diskussion auf einer realistischen und grundsätzlichen Ebene zu führen! Schon in diesem Jahr wurde für die Realisierung des Pakts für Forschung, Technologie und Innovation (FTI) ein „Budgetopfer" mit einem massiven Lohnverzicht der Beschäftigten erbracht. FTI-Pakt: „Grundlagenforschung als Sprungbrett für Innovation" nennt ihn das Wissenschaftsministerium, „Versprechen an die nächsten Generationen" die NEOS. Einen "Whole-of-Government"-Ansatz soll es geben, also eine engere Abstimmung zwischen Ministerien und der Wirtschafts-, Hochschul- und Forschungspolitik. Der Abzug von Wissen und Know-how soll verhindert werden, ein gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht hergestellt werden. Die gegenseitige Bedingtheit von Bildungs-, Wirtschafts- und Gesundheitspolitik wurde letzte Woche bereits ausgiebig zu Recht betont.

 

Daher nochmals mit aller Deutlichkeit: Mit einer fundamentalen Kürzung der Universitätsbudgets lassen sich die Ziele des FTI-Pakts niemals realisieren, der Schaden fürs Land wäre auf Jahre hinaus nachhaltig und die Blamage im europäischen Raum aufgelegt. In diesem Zusammenhang muss auch klar festgestellt werden, dass es hier nicht um Zubrot für die Universitäten geht. Es ist richtig, dass die Universitäten die durch Pandemie und Krieg verursachten Mehrkosten bisher abgegolten bekommen haben. Die vorsichtigen Prognosen für 2028 und danach haben die Folgekosten und daher exakt dieses Faktum in den Kalkulationen vor Augen und nicht mehr! Aber weniger würde einen schmerzhaften Griff in die Substanz bedeuten, mit dem sich Österreich auch international schlecht aufstellen würde.

 

Der ULV fordert deshalb von der Bundesregierung mehr Respekt vor Wissenschaft, Forschung und deren Lehre ein.

Der Finanzminister möge die offensichtlich zu geringe Dotation des Wissenschaftsministeriums vor seiner Budgetrede nochmals überdenken.

Der ULV unterstützt ausdrücklich die Demonstrationen ab

Mittwoch, den 27.5.2026 siehe auch: Demo vor Hauptuni Wien

und fordert alle Angehörigen der Universität zur Teilnahme auf. Es handelt sich dabei um die Forderung nach Dialog auf Augenhöhe und es geht dabei auch um den respektvollen Umgang mit fast 70000 Beschäftigten in Österreich.

 


 

Rückfragen & Kontakt

 

Verband des wissenschaftlichen und künstlerischen Personals der

österreichischen Universitäten (ULV)

 

Dr. Stefan Schön, Pressesprecher

Telefon: +4369911240984

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