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Schulstreik für die Erde

15. 3. 2019: Millionen Kinder in 2.083 Städten und 125 Ländern fordern naturgerechte Regierungsarbeit

Greta Thunberg (15) vor dem schwedischen Parlament in Stockholm. Foto: Anders Hellberg, creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en
Greta Thunberg (15) vor dem schwedischen Parlament in Stockholm. Foto: Anders Hellberg, creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en

Es begann mit Gretas Schulstreik

 

Seit August 2018 geht die nun 16-jährige schwedische Schülerin Greta Thunberg freitags nicht mehr zur Schule. Sie steht stattdessen bei jedem Wetter vor „ihrem” Parlament in Stockholm und fordert umweltgerechte Gesetze, den sofortigen Ausstieg aus Kohleabbau, Erdöl und Atomkraft und einen stärkeren Einsatz Schwedens gegen den Klimawandel.

 

„Verändert das System, nicht das Klima!”

 

Greta fand Unterstützung, und jede Woche wurden es mehr. Aus ihrem stillen Protest wurde eine weltweite Bewegung. Am 15. März 2019 gingen in 125 Ländern gleichzeitig hunderttausende Kinder und Jugendliche für das Klima auf die Straße. Sie alle haben genug von der bisherigen Geldpolitik: „Verändert das System, nicht das Klima“. Mit ihnen: Besorgte Forscher*innen, Lehrer*innen, Eltern und Großeltern. Und wir natürlich. Denn wir haben keinen Planeten B.

 

Wien: Ministerien abgeschottet

 

Am 15. März zeigten Millionen Kinder und Erwachsene klar ihre Meinung. In der Antarktis hielten Forscher kritische Plakate in die Webcams. In der Schweiz trauerten Studenten der ETH Zürich an einem Grab um Mutter Natur. Weltweit gingen an diesem Tag Millionen Kinder und Jugendliche für ihren Planeten auf die Straße. Auch in Wien. Dort verriegelte das Gesundheitsministerium aus Sicherheitsgründen den Haupteingang. Ob man Angst vor kritischen Kindern hatte?

 


Weltkarte mit Standorten aller Demos:

Am 15. 3. 2019 forderten Millionen Kinder in 2.083 Städten und 125 Nationen gemeinsam, dass sich die Regierungen endlich um die Natur und die Zukunft der Erde sorgen. Bild: fridaysforfuture.org / openstreetmap.org
Am 15. 3. 2019 forderten Millionen Kinder in 2.083 Städten und 125 Nationen gemeinsam, dass sich die Regierungen endlich um die Natur und die Zukunft der Erde sorgen. Bild: fridaysforfuture.org / openstreetmap.org

Van der Bellen: „Ihr jungen Leute gebt mir Hoffnung“

 

Bundespräsident Alexander van der Bellen twitterte:

 

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Wir als Weltgemeinschaft stehen angesichts der Klimakatastrophe vor der größten Herausforderung i.d. Geschichte d. Menschheit. Ihr jungen Leute, Schülerinnen & Schüler & Studierende, gebt mir Hoffnung, dass wir diese große Herausforderung meistern können. Wir Erwachsene, Politikerinnen und Politiker müssen euch zuhören, denn es geht um eure Zukunft, um die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder.
https://twitter.com/vanderbellen/status/1106517831590522881?ref_src=twsrc%5Etfw

 

Bildungsminister Faßmann: „Man streikt doch nicht für die Natur!“

 

Bildungsminister Faßmann hielt nichts von Schulstreiks während der Unterrichtszeit: „Die Schule ist doch Verbündeter der Schüler. In der Schule wird über den Klimawandel gelehrt und gesagt, was man dagegen tun kann.“ Faßmann fand auch den Begriff „Schülerstreik” falsch. Man streike für Löhne, aber nicht für einen Erhalt der Natur.

 

Daraufhin gaben zahlreiche LehrerInnen, DirektorInnen und auch der Salzburger Bildungsdirektor für diesen Tag schulfrei.

 

Großer Erfolg für die kleine Greta

 

Die mutige Schülerin Greta Thunberg wurde in Schweden zur wichtigsten Frau des Jahres 2019 erklärt. Was sie sagt, wird gehört. Im Februar 2019 sprach sie vor dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss. Greta ist Tochter einer Opernsängerin und eines Schauspielers. Doch nicht allen schmeckt ihr Erfolg. Inzwischen behaupten Psychologen, sie habe Autismus und verstehe die Welt nicht ausreichend.

 

Mehr zu den Klimastreiks:
https://fridaysforfuture.at/

 


Unsere Fotostrecke aus dem schönen Wien: