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Das AMS braucht dringend mehr Personal!

500.000 Menschen arbeitslos, Zahl steigend

Eine Warteschlange im Treppenhaus
Angela Packert

Angela Packert

Betriebsrätin im AMS Wien,

Mitglied des Zentralbetriebsrates im AMS, Vorsitzende der UGimAMS Österreich, Gleichstellungs-Beauftragte Arbeitsmarkt

 

Arbeitsmarktservice Wien Austria Campus Lembergstr. 5,

1020 Wien

angela.packert@ams.at

 

Viktoria Spielmann

Viktoria Spielmann

Betriebsrätin im AMS,
Arbeiterkammer-Rätin

 

AMS Österreich

Treustraße 35-43
1200 Wien

viktoria.spielmann@ams.at

 

Täglich tausende Menschen arbeitslos gemeldet

 

Die unfassbare Zahl von 115.600 Anträgen auf Arbeitslosenunterstützung gingen vorige Woche beim AMS ein. 115.600 Menschen, die trotz der Kurzarbeitsangebote ihren Job verloren haben. 115.600 Menschen, die dringend auf diese Versicherungsleistung angewiesen sind, um den Alltag zu bewältigen. 

 

Die Arbeitslosenzahlen in Österreich steigen täglich weiter. Pro Tag melden sich tausende Personen arbeitslos. Seit dem Beginn der Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie gibt es vom 16. bis 23. März 2020 zusammengerechnet um 138.000 mehr registrierte Arbeitslose als noch am 15. März. Für die AMS-Mitarbeiter*innen bedeutet die momentane Situation einen enormen Mehraufwand. AMS-Sprecherin Beate Sprenger erklärte, dass es noch nie einen derartigen Ansturm auf das AMS gegeben habe.

 

500.000 Menschen arbeitslos - Zahl steigend

 

Die Zahl der Arbeitslosen ist bereits auf über 500.000 Menschen gestiegen, ein Rekordwert in der Zweiten Republik. Betroffen sind hauptsächlich die Sparten Tourismus/Gastronomie und Baubranche.

 

AMS-Chef Johannes Kopf erwartet im April eine nächste Welle, da die Angestellten-Kündigungen mit 1.4. schlagend werden. Kopf erklärt in einem Standard-Interview, dass viele Unternehmen diese Krise nicht überleben werden. Trotzdem gelte es, mit Hilfe der Kurzarbeit, Unternehmen möglichst (rasch) zu unterstützen, damit deren Mitarbeiter*innen nicht in die Arbeitslosigkeit entlassen werden. Tausende Anfragen und Anträge auf Kurzarbeit hat das AMS nun zusätzlich zu bewältigen.

 

AMS: Tausende Anfragen täglich

 

138.000 Anträge, die vom Arbeitsmarktservice bearbeitet werden müssen. Mit dem gleichen Personalstand wie vor der Coronakrise. Viktoria Spielmann, Arbeiterkammer-Rätin und Betriebsrätin im AMS, sieht den Bedarf nicht nur akut: „Vor allem brauchen wir das Personal nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft, weil diese Wirtschaftskrise nicht so schnell vorbei sein wird. Bereits im Frühjahr hat sich die Arbeiterkammer für 500 zusätzliche AMS-Planstellen in Österreich stark gemacht.“

 

Die Beschäftigten im AMS arbeiten jetzt schon weit über dem Limit, ein Zustand, der sich voraussichtlich in den nächsten Wochen nicht ändern wird. „Wir sind unseren AMS Kolleg*innen unendlich dankbar, wie sehr sie sich derzeit für die soziale Absicherung von Arbeitslosen einsetzen“, so Spielmann weiter, „aber es kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein, dass wir am Ende womöglich viele Burnout-Fälle haben!“ 

 

UGÖD: Menschen brauchen jeden Cent!

 

„Natürlich ist auch das AMS systemrelevant, es sorgt dafür, dass Menschen, die jetzt arbeitslos wurden, überleben können. Deswegen müssen die Anträge zwar rasch aber dennoch sorgfältig erledigt werden, das geht mit dem aktuell im Einsatz befindlichen Personalstand nicht! Nicht vergessen: Es geht um Menschen, die jeden Cent brauchen!“, so der Bundesvorsitzende der UGÖD Manfred Walter.

 

UGÖD: AMS-Budget aufstocken! Mehr AMS-Personal!

 

Die UGÖD fordert von den zuständigen Stellen in den Ministerien eine RASCHE Aufstockung des AMS-Budgets und des Personals auf zusätzliche 500 AMS-Planstellen! 

 

Zudem muss der im Budgetplan 2020 noch vorgesehene Abbau von 200 der aktuell rund 6.000 AMS-Stellen in ganz Österreich unverzüglich zurückgenommen werden.

 

Politik muss AMS rasch unterstützen - zum Wohl aller!

 

„Dieser Aufruf ging bereits vom Zentralbetriebsrat an den Verwaltungsrat, und die gesamte ArbeitnehmerInnenkurie bestätigt diese Forderung“ sagt Zentralbetriebsrätin Angela Packert. Ebenso gibt es die Bestätigung des Verwaltungsratsvorsitzenden, dass in Zeiten wie diesen wohl kaum jemand an eine Personalreduktion im AMS denken wird.

 

Dennoch ist die Politik gefordert, rasch zu handeln und das AMS zu unterstützen, im Sinne des Wohles aller!