Manfred Walter

Manfred Walter mit Logo Johannes Kepler Universität Linz

UGÖD-Vorsitzender,

Betriebsrat für das allgemeine Universitätspersonal, Stellvertretender Betriebsratsvorsitzender,

Mitglied der Bundesvertretung 16,

Mitglied der Landesleitung 16,

Mitglied des Landesvorstandes der AUGE/UG OÖ    

 

Johannes Kepler Universität

BR Altenbergerstrasse 69, 4040 Linz 

+43 / 732 / 24 68 - 52 05 

+43 / 664 / 60 24 68 821 

Manfred.Walter@jku.at

 

Sprecher der Initiative „Heimat ohne Hass

 


Die kleine Siedlung am Rande der Stadt. Foto: Manfred Walter
Die kleine Siedlung am Rande der Stadt. Foto: Manfred Walter

Das Dorf in der Stadt

 

Ich wurde am fünften Dezember im Jahre 1968 geboren und wuchs in einem klassischen ArbeiterInnenviertel auf, einer Betriebssiedlung eines Linzer Textilunternehmens. Es war ein glückliches Leben, wie im Dorf, denn alle kannten sich, niemand verschloss die Türen, und dennoch waren wir nur wenige Kilometer vom Linzer Zentrum entfernt.

 

Buntes vereintes Miteinander

 

Schon in diesen frühen Kindertagen erlebte ich, wieviel wir gemeinsam erreichen konnten, wenn wir uns zusammenschlossen - und sei es nur zum Errichten einer Baumhütte! Unsere Arbeitersiedlung war schon damals ein richtiges Multikultiviertel. Wir waren eine lustige und bunte Mischung von RumänInnen, PolInnen, JugoslawInnen und sogar ein paar KenianerInnen.

 


'Fortschritt' brachte Not und Neid

 

Doch die Kindheitsidylle sollte nicht lange währen. Die Automatisierung hielt Einzug, und viele unserer Mütter und Väter verloren buchstäblich über Nacht ihren Arbeitsplatz. Aus guten FreundInnen und ArbeitskollegInnen wurden plötzlich „Ausländer“. Täglich herrschten Angst, Neid und Missgunst. In meiner jugendlichen Naivität verstand ich das nicht. Und ich wollte es einfach nicht hinnehmen! In dieser Zeit erwachte der Gewerkschafter in mir. Als ich bald darauf eine Lehre als Starkstrommonteur begann, wurde ich sofort zum Jugendvertrauensrat gewählt.

 

Dieses Engagement zieht sich seither durch mein ganzes Leben. Ich versuche, eine Stimme für die zu sein, die ihre Stimme nicht erheben können. Und eine Stimme für jene zu sein, die es nicht wagen, ihre Stimme zu erheben. Ich unterscheide dabei nicht nach Herkunft oder Aussehen.

 

Betriebsrat an der Universität

 

Das Leben führte mich an die Johannes Kepler Universität in Linz, wo ich als Hauselektriker begann. Seit 2017 bin ich stellvertretender Betriebsrats-Vorsitzender und freigestellt für die Betriebsratsarbeit.

 

Manfred Walter und Beate Neunteufel-Zechner
Manfred Walter und Beate Neunteufel-Zechner

Zweiter Bildungsweg neben der Arbeit: Jus-Studium

 

Im zweiten Bildungsweg widme ich mich dem Studium der Rechtswissenschaften - neben Beruf, Betriebsrats-Engagement und meiner Familie. Ich möchte alles erdenkliche tun, um anderen zu ihrem Recht verhelfen zu können.

 

 


Jeder neue Morgen bringt neue Chancen (Christoph Columbus). Foto: Manfred Walter
Jeder neue Morgen bringt neue Chancen (Christoph Columbus). Foto: Manfred Walter

Engagiert für Menschenrechte

 

Die Schicksale der Nachbarn meiner Kindheit prägten mich bis heute. Noch immer sehe ich vor meinem Auge die soziale Not und den Fremdenhass. Darum engagiere ich mich aktiv gegen jede Art von sozialer Ausgrenzung, insbesondere gegen Rechtsextremismus. Ich bin Sprecher der Initiative „Heimat ohne Hass“, ich bin in Sozialen Medien aktiv und leite Seminare, um mein Wissen für ein friedliches Miteinander weiterzugeben.

 

Zur UGÖD kam ich, weil ich an meiner Universität unabhängige Betriebsrats- und Gewerkschaftsarbeit mache - unabhängig von Parteipolitik und Postenschacher. Die UGÖD entspricht ganz unprätentiös meinem Verständnis von weltoffener Unabhängigkeit und solidarischer Hilfsbereitschaft, unbürokratisch und ohne Vorurteile.

 

Inzwischen wurde ich in die Bundesvertretung des allgemeinen Universitätspersonals gewählt, und so bin ich auch in der Bundesleitung der UGÖD aktiv. Hier fühle ich mich inmitten Gleichgesinnter pudelwohl. Wir reden nicht lang, sondern tun einfach. Und so forciere ich nun, gemeinsam mit meinen tatkräftigen MitstreiterInnen, die Social-Media-Arbeit der UGÖD.

 

In der spärlichen Zeit, die mir darüber hinaus noch bleibt, genieße ich Fantasyromane, Krimis und mache auch gerne selbst gute Musik. Denn in der Ruhe liegt die Kraft! :-)